Mein Körper mein Werkzeug.
Angefangen hab ich als Bautechniker. Dann ein paar Jahre Dachdeckerei und Spenglerei, danach Zimmermann. Heute bin ich Steinmetz und Bildhauer in der Restaurierung.
Vier Berufe, ein Körper. Und überall dasselbe: knien, hocken, stehen. Auf Ziegeln, auf Balken, auf Beton, auf Stein. Was der Boden nicht schluckt, schlucken die Knie — jeden Tag, seit ich sechzehn war.
Um meine Füße hab ich mich lange gar nicht gekümmert. Einlagen? Was halt im Schuh drin war.
Seit ein paar Jahren achte ich besser auf mich. Mit 35 merkt man, dass der Körper mitschreibt — der erste Schritt am Morgen ist anders als mit fünfundzwanzig. Und dann kommt der Gedanke, den auf der Baustelle keiner ausspricht: Wenn das jetzt schon so ist — wie sieht das mit fünfundfünfzig aus?
Denn am Ende geht es nicht ums Knie. Jede Maschine wird gewartet, jedes Werkzeug gepflegt — nur bei uns selbst wird das übersehen. Und wenn der Körper aufgibt, gibt es keinen Ersatz. Kein Auftrag, kein Einkommen.
Also hab ich mir zusammengesucht, was ich selbst auf der Baustelle brauche: eine Bandage, die hält, wenn ich knie, und eine Sohle, die nach acht Stunden nicht platt ist. Werkhalt fürs Knie, Werkstand für den Fuß. Beide Enden der Kette, weil eins allein nichts bringt.